Die Schütt

Nach dem Abschmelzen des 1.500 m hohen Eispanzers der Würm Eiszeit vor weniger als 18 000 Jahren stürzten, von der Eisstütze befreit, gigantische Felsmassen ins Gailtal. Diese Gesteinsmassen stauten das Wasser und führten zu einer Versumpfung des Talbodens. Das letzte große Bergsturzereignis fand im Jahr 1348 statt. Dem Dobratsch haben diese Bergstürze auf über 15 km Länge die gesamte Südseite genommen. Blanker rötlicher und weißer, nackter Fels, senkrechte Wände und steile Erosionsrinnen überziehen seitdem die Südseite.
Der Dobratsch fängt mit seiner Südwand die Sonnenstrahlen wie ein Wärmespeicher auf. In dieser Wärmeinsel findet die mediterrane Tier- und Pflanzenwelt, die über das Kanaltal einwandert, ihre nördlichste Verbreitung. Die südliche Vegetation zeigt Hopfenbuchen mit Misteln, die illyrische Gladiole, Trockengräser und bis zu 500 Jahre alte Bonsais der Schwarzkiefer. Die Schütt ist das skorpionsreichste Gebiet Österreichs. Der Skorpion ist in der Schütt mit dem Deutschen Skorpion und auf der Graschelitzen mit dem Karpatenskorpion vertreten. Rund 1.400 Schmetterlingsarten wurden bis heute am Dobratsch entdeckt.
Vor dem Bau der Autobahn und des Verschiebebahnhofs brüteten noch über 50 Wanderfalkenpaare am Federauner Felsen. Mit der Zerstörung ihrer Jagdgebiete sind sie hier verschwunden. Nur 2 Paare finden sich heute noch in der zentralen Schütt. Zu den Vogelraritäten gehört der nachtaktive Ziegenmelker (Familie der Nachtschwalben), der mit 10 Brutpaaren in Kärnten am Dobratsch seine größte Verbreitung hat.
Das Bergsturzgebiet des Dobratsch, die Schütt, kann man als das „Reptilien-Zentrum“ Kärntens bezeichnen. Hier kommen alle in Kärnten heimischen Reptilienarten vor (mit Ausnahme der Kroatischen Gebirgseidechse). Besonders schützenswert ist hier die Horn- oder Sandviper, die größte Giftschlange Österreichs. Besonders farbenprächtig ist die männliche Smaragdeidechse während der Paarung mit ihrer türkis blauen Färbung.

Ein absolutes Muss für Blumenfreunde ist der Alpengarten „Villacher Alpe“
(1.483 m ü. A.): Hier gedeihen auf einem Areal von 10.000 Quadratmetern rund 800 alpine Pflanzen aus drei Klimazonen. Eine Besonderheit des Alpengartens ist, dass der Großteil aller darin wachsenden Pflanzen ihr ursprünglicher Wuchsort ist.

 

 

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